Naturkosmetik – Schönheitspflege mit ethischen Anspruch

Die Entwicklung der chemischen und pharmazeutischen Industrie hatte gravierende Auswirkungen auf die Kosmetikproduktion. Wurde früher mit ausschließlich natürlichen Ingredienzien gearbeitet, boten nun künstliche Farb- und Konservierungsstoffe scheinbar grenzenlos qualitätssteigernde Möglichkeiten. Die Produkte waren jetzt nicht nur länger haltbar, sie ließen sich auch optisch verschönern und damit umsatzsteigernd vermarkten.

Die Geschichte der Naturkosmetik

Die fatalen Auswirkungen auf Gesundheit und Natur wurden erst im Laufe der Jahre deutlich. Am Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich aus der Reformbewegung die ersten Bio Produkte, und auch die anthroposophische Philosophie Rudolf Steiners mahnte umfassende Änderungen im Umgang mit der Natur und allen Lebewesen an. Mit der Marke Weleda entstand damals die erste deutsche Marke für Naturkosmetik, sie ist inzwischen neunzig Jahre alt. Entscheidend für die Entwicklung der heutigen Vielfalt an Bio Produkten war allerdings die grüne Umweltbewegung der siebziger Jahre. Aus den Landkommunen und Hippiekollektiven der damaligen Zeit wuchsen im Laufe der Jahrzehnte die heute führenden Unternehmen für natürliche Körper- und Schönheitspflege.

Strenge Grundsätze gewährleisten hohe Qualität

Die Grundsätze der Naturkosmetik sind der Schutz von Mensch, Tier und Natur. Inzwischen haben sich verbindliche Produktionskriterien entwickelt:
-Die Naturkosmetik verzichtet auf den Einsatz von synthetischen Stoffen, das heißt, es werden keine chemischen Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Duftstoffe und Emulgatoren verwendet. Das garantiert eine optimale Verträglichkeit und schließt weitgehend Hautreizungen und allergische Reaktionen durch die Verwendung der Kosmetik aus.
- Die verwendeten Rohstoffe sind vorwiegend oder überwiegend aus biologischem Anbau und damit dem nachhaltigen Umweltschutz verpflichtet. In den letzten Jahren setzte sich auch der Anspruch durch, parallel dazu akzeptable Arbeitsbedingungen an den Standorten in der Dritten Welt zu garantieren.
- Die Produzenten von Naturkosmetik sind einem kompromisslosen Tierschutz verpflichtet. Es werden keine Tierversuche gemacht und es werden keine Inhaltsstoffe verarbeitet, die am Tier getestet wurden.

Leider sind bis heute die Begriffe Naturkosmetik und Bio Produkte vom Gesetzgeber nicht geschützt. Deshalb ist es so wichtig, dass der Verbraucher ausschließlich zertifizierte Naturkosmetik kauft. Ein zuverlässiges Qualitätsmerkmal ist das BDIH-Siegel “kontrollierte Naturkosmetik”. Es gibt weitere Siegel der nationalen und internationalen Fachverbände wie Demeter, die höchste Anbaustandards belegen. Die anspruchsvolle Arbeit der Unternehmen auf allen Ebenen der Produktion ist teuer. Misstrauen ist deshalb immer angebracht, wenn Naturkosmetik zu Dumping-Preisen angeboten wird.

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