Pro und Contra Beauty-OP

Ein größerer Busen, ein strafferer Po oder eine zierliche Stupsnase, wer kennt nicht eine Stelle an seinem Körper, die er gern etwas verschönern würde. Die meisten Menschen lernen, ihre kleinen Unperfektionen zu lieben, es gibt aber auch Menschen, die beim Blick in den Spiegel in Tränen ausbrechen. Wenn Großvaters krumme Nase oder Mutters Reiterhosen so gar nicht zum Rest des Körpers passen, wächst manchmal der Wunsch, durch eine Schönheits-OP diesen Makel zu beheben.

Eine Schönheitsoperation sollte gut überlegt werden und in so manchem Fall fragt man sich, ob so ein Eingriff wirklich notwendig ist: Er ist mit Schmerzen verbunden und die Gefahr von Infektionen oder auch Kunstfehlern mag zwar bei einem guten Spezialisten gering, ist aber nicht ausgeschlossen. Auch viele scheinbar einfache Anti-Aging-Behandlungen sollten nicht leichtfertig gemacht werden. Spritzen mit Botox oder Collagen und Goldfäden unter der Haut sind ebenfalls Eingriffe mit einem gewissen Risiko.

Durch die Medien geistern Bilder von abschreckenden Beispielen, in denen Promis mit superschmalem amerikanischen Standardnäschen, grotesk vergrößerten Lippen oder gar so stark gestraffter Haut, dass Gesichtspartien kaum noch bewegt werden können und ihre Funktion eingebüßt haben – oft an den Augen zu sehen. Beispiele gibt es zum Beispiel hier. Man muss dazu sagen, dass Ergebnisse dieser Art oft nach zu vielen Schönheits-OPs entstehen oder auch von inzwischen veralteten Techniken herrühren. Eine Lidstraffung besteht heutzutage zum Beispiel nicht mehr nur im bloßen Wegschneiden von Haut. Vielmehr wird dabei das Lid neu modelliert, indem weniger Haut als früher entfernt, dafür aber das Fettgewebe unter der Haut reduziert wird. Dadurch wirkt das Ergebnis viel natürlicher und die Beweglichkeit des Lides bleibt erhalten.

Übrigens ist der Wunsch nach einer Schönheitsoperation nicht immer nur als Spleen oder einfacher Wunsch anzusehen. Manche Menschen leiden unter Dismorphophobie, der Angst vor dem Entstelltsein. Betroffene glauben, durch Narben, Asymmetrien oder andere Aspekte ihres Äußeren estrem hässlich zu sein – obwohl sie objektiv ganz normal oder sogar schön aussehen. Die Angst, wegen des vermeintlichen Makels von anderen Menschen angestarrt und nicht geliebt zu werden, führt oft zu Isolation und Zwangshandlungen. Diese Menschen sehen in einer OP den einzigen Ausweg, um sich selbst und anderen endlich zu gefallen – dabei ist hier eine psychologische Behandlung mindestens genauso wichtig, denn oft genügt ihnen das Ergebnis der ersten OP nicht und das ist der Beginn einer Sucht. Das Ende vom Lied könnte ein wahrer Marathon an Operationen sein – die das Aussehen irgendwann ins Negative verändern, bis man wikrlich angestarrt wird…

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